Stundenlöhne im Handwerk 2026
Was beeinflusst den Stundensatz im Handwerk?
Die Verrechnungssätze im Handwerk hängen von mehreren Faktoren ab – und sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Wer noch mit Preisen von vor 5 Jahren kalkuliert, unterschätzt die Marktlage.

- Gewerk: Klempner und SHK-Betriebe berechnen höhere Sätze als Maler – wegen spezialisierteren Kenntnissen, teurerem Spezialwerkzeug und höherer Haftung.
- Region: In Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg liegen die Preise 15–30 % über dem ostdeutschen Niveau.
- Betriebsgröße: Größere Betriebe haben mehr Overhead (Verwaltung, Fahrzeuge, Lager), können aber bei Material günstiger einkaufen.
- Spezialisierung: Betriebe mit Photovoltaik-, Wärmepumpen- oder Denkmalschutzkenntnissen berechnen teils deutlich mehr.
- Auftragsart: Notfalleinsätze, Wochenendarbeit und kurzfristige Aufträge kosten 15–50 % Aufschlag.
Aktuelle Stundensätze im Handwerk 2026 nach Gewerk
Die folgenden Richtwerte gelten für Kleinbetriebe (2–5 Mitarbeiter) im deutschlandweiten Durchschnitt. Regional und je nach Betriebsgröße weichen die Preise ab:
| Handwerksberuf | Stundensatz netto (Kleinbetrieb) |
|---|---|
| Klempner / SHK-Installateur | 85 – 115 EUR |
| Elektriker (Elektroinstallation) | 75 – 100 EUR |
| Heizungsbauer | 80 – 110 EUR |
| Dachdecker | 70 – 100 EUR |
| KFZ-Mechaniker | 75 – 110 EUR |
| Schreiner / Tischler | 62 – 90 EUR |
| Fliesenleger | 60 – 85 EUR |
| Zimmerer | 60 – 85 EUR |
| Schlosser / Metallbauer | 62 – 88 EUR |
| Maler und Lackierer | 58 – 80 EUR |
| Gärtner / Landschaftsbauer | 45 – 70 EUR |
| Gebäudereiniger | 32 – 50 EUR |
| Friseur | 28 – 45 EUR |
Hinweis: Alle Preise verstehen sich als Netto-Verrechnungssätze (ohne MwSt.). Die tatsächliche Rechnung kommt nochmals 19 % MwSt. hinzu.

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Was ist im Stundensatz eines Handwerksbetriebs enthalten?
Viele Kunden verstehen nicht, warum ein Handwerker 90 € pro Stunde berechnet, obwohl sein Geselle vielleicht 20 €/Std. netto verdient. Der Unterschied liegt in den betrieblichen Kosten:
Lohnkosten (ca. 40–50 % des Stundensatzes)
Zum Nettolohn kommt der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung (ca. 22 %), Urlaubsentgelt (25 Tage/Jahr entsprechen ca. 9 % Lohnaufschlag), Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und ggf. Weihnachtsgeld. Ein Geselle mit 20 €/Std. netto kostet den Betrieb effektiv ca. 28–35 €/Std.
Fahrzeugkosten (ca. 10–18 %)
Jedes Servicefahrzeug kostet im Unterhalt (Leasing/Abschreibung, Versicherung, Kraftstoff, Wartung, TÜV) 600–1.500 € im Monat. Bei 8 Stunden Arbeitszeit pro Tag und 20 Arbeitstagen im Monat ergibt das 3,75–9,38 €/Std. allein für das Fahrzeug.
Werkzeug, Maschinen und Ausrüstung (ca. 5–15 %)
Messgeräte, Spezialwerkzeug, Sicherheitsausrüstung und Maschinen müssen angeschafft, gewartet und regelmäßig erneuert werden.
Versicherungen und Abgaben (ca. 3–6 %)
Betriebshaftpflicht, Berufsgenossenschaft, Innungsmitgliedschaft und Gewerbeanmeldungskosten sind Pflicht.
Gemeinkosten und Verwaltung (ca. 10–20 %)
Bürokosten, Buchhaltung, Steuerberatung, Software, Werbung und sonstige betriebliche Ausgaben werden anteilig über den Stundensatz gedeckt.
Gewinnaufschlag (ca. 5–15 %)
Ohne Gewinn kann ein Betrieb nicht investieren, keine Rücklagen bilden und keine wirtschaftlichen Schwankungen überbrücken.
Wie berechnet ein Handwerksbetrieb seinen Stundensatz?
Die Kalkulation eines korrekten Stundensatzes folgt einer einfachen Logik:
Alle monatlichen Betriebskosten ÷ produktive Arbeitsstunden pro Monat = Mindest-Stundensatz
Als schnelle Faustregel gilt: Nettolohn des Mitarbeiters × Faktor 3,0 bis 3,8 = marktüblicher Verrechnungssatz
Beispielkalkulation für einen Kleinbetrieb (3 Mitarbeiter):
Ein Elektriker-Kleinbetrieb mit 3 Gesellen hat monatliche Gesamtkosten von ca. 28.000–38.000 €. Bei ca. 420–480 produktiven Stunden pro Monat ergibt sich ein notwendiger Stundensatz von ca. 67–90 €/Std. – und das ist noch ohne Gewinnaufschlag.
Wann ist ein Angebot zu günstig?
Liegt ein Angebot deutlich unter den genannten Richtwerten, sollten Kunden kritisch nachfragen: Ist der Betrieb ordnungsgemäß angemeldet? Sind alle Mitarbeiter versichert? Werden Qualitätsmaterialien verwendet? Ein sehr günstiges Angebot ist oft teurer als gedacht, wenn Nacharbeiten oder Schäden entstehen.
Regionale Unterschiede der Stundenlöhne
Die Kosten variieren je nach Bundesland erheblich. In Bayern und Baden-Württemberg sind die Sätze in der Regel 15–30 % höher als in Ostdeutschland. Folgende Detailübersichten zeigen die regionalen Preise nach Gewerk:
Stundenlöhne nach Handwerksberuf
Fazit
Die Stundensätze im Handwerk sind 2026 deutlich gestiegen und liegen je nach Gewerk zwischen 55 und 130 Euro netto. Diese Preise spiegeln die tatsächlichen Kosten eines seriösen Handwerksbetriebs wider: steigende Löhne, höhere Fahrzeugkosten, teurere Versicherungen und gestiegene Materialkosten. Wer mehrere Angebote einholt, sollte nicht nur den Preis, sondern auch Qualifikation, Materialien und enthaltene Leistungen vergleichen. Ein transparent kalkulierter Stundensatz ist das beste Zeichen für einen seriösen Betrieb.