Elektriker Stundenlohn 2026
Was kostet ein Elektriker in Deutschland wirklich?
Du planst eine Elektroinstallation, einen Zählerschranktausch oder eine Photovoltaik-Anlage? Die Stundensätze für Elektrobetriebe sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Wer heute einen seriösen Fachbetrieb beauftragt, zahlt 70 bis 115 Euro netto pro Stunde – je nach Region und Betriebsgröße.
Hinter diesem Preis stecken nicht nur Lohnkosten: Ein Elektrobetrieb trägt erhebliche Fixkosten für voll ausgestattete Servicefahrzeuge, Messgeräte, Zertifizierungen (z. B. VDE-Prüfzertifikate, Photovoltaik-Zulassungen), Versicherungen und laufende Schulungen. Nur ein kostendeckender Stundensatz sichert die Qualität der Arbeit – und die Haftung im Schadensfall.
Stundensätze nach Betriebsgröße
Größere Betriebe haben höhere Overheadkosten (mehr Verwaltung, mehr Fahrzeuge), können jedoch bei Material günstigere Einkaufspreise erzielen. Solo-Selbstständige haben niedrigere Fixkosten, sind aber in der Kapazität eingeschränkt.
| Betriebsgröße | Typischer Stundensatz (netto) | Merkmale |
|---|---|---|
| Solo-Selbstständig (1 Person) | 65 – 85 €/Std. | Flexibel, oft für kleinere Reparaturen und Umbauten |
| Kleinbetrieb (2–5 Mitarbeiter) | 75 – 100 €/Std. | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, professionelle Struktur |
| Mittlerer Betrieb (6–15 Mitarbeiter) | 85 – 115 €/Std. | Höhere Kapazität, Spezialisierung auf Gewerbe und Industrie |
Regionale Unterschiede der Elektriker-Stundensätze 2026
Die Preisunterschiede zwischen den Bundesländern sind erheblich. Folgende Übersicht zeigt die aktuellen Marktpreise für Elektrobetriebe:
| Bundesland | Durchschnittlicher Stundensatz (EUR, netto) |
|---|---|
| Bayern | 85 – 115 EUR |
| Baden-Württemberg | 85 – 110 EUR |
| Hamburg | 80 – 110 EUR |
| Hessen | 78 – 105 EUR |
| Nordrhein-Westfalen | 75 – 105 EUR |
| Bremen | 72 – 100 EUR |
| Rheinland-Pfalz | 72 – 98 EUR |
| Niedersachsen | 68 – 95 EUR |
| Schleswig-Holstein | 68 – 95 EUR |
| Saarland | 68 – 92 EUR |
| Berlin | 72 – 100 EUR |
| Sachsen | 62 – 88 EUR |
| Brandenburg | 62 – 85 EUR |
| Thüringen | 60 – 82 EUR |
| Sachsen-Anhalt | 58 – 80 EUR |
| Mecklenburg-Vorpommern | 58 – 78 EUR |

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Was ist im Stundensatz eines Elektriker-Betriebs enthalten?
Ein Stundensatz von 90 € klingt hoch – aber er ist kein Reingewinn. Hier eine Aufschlüsselung der typischen Kostenbestandteile:
Lohnkosten (ca. 40–50 % des Stundensatzes)
Der Bruttolohn eines Elektrikergesellen liegt 2026 bei ca. 20–27 €/Std. Mit Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung (ca. 22 %), Urlaubsentgelt und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ergeben sich tatsächliche Lohnkosten von ca. 30–42 €/Std.
Fahrzeugkosten (ca. 12–18 %)
Ein ausgestattetes Elektro-Servicefahrzeug kostet im Unterhalt 700–1.300 € im Monat (Leasing/Abschreibung, Kfz-Versicherung, Kraftstoff, Wartung). Diese Kosten fließen in den Stundensatz ein.
Mess- und Prüftechnik (ca. 5–8 %)
VDE-Messgeräte, Wärmebildkameras, Photovoltaik-Testausrüstung und anderes Spezialgerät muss regelmäßig geeicht und erneuert werden.
Versicherungen und Zertifizierungen (ca. 3–6 %)
Betriebs- und Haftpflichtversicherung, VDE-Zertifizierungen und Innungsmitgliedschaft sind Pflichtpositionen für einen seriösen Betrieb.
Gemeinkosten und Verwaltung (ca. 10–20 %)
Büro, Buchhaltung, Steuerberatung, Werbung und Software – auch das trägt der Kunde indirekt über den Stundensatz.
Gewinnaufschlag (ca. 5–12 %)
Ohne Gewinnmarge kann ein Betrieb keine Rücklagen bilden, nicht investieren und keine Durststrecken überbrücken.
Wie wird der Elektriker-Stundensatz kalkuliert?
Ein betriebswirtschaftlich solider Stundensatz ergibt sich aus der Kalkulation aller Kosten:
Bruttolohn × 1,22 (Lohnnebenkosten) + Gemeinkosten + Gewinnaufschlag = Verrechnungssatz
Als einfache Faustregel gilt: Der Nettolohn eines Gesellen × Faktor 3,0 bis 3,8 ergibt den marktüblichen Verrechnungssatz. Ein Geselle mit 22 €/Std. netto landet damit bei ca. 66–84 €/Std. – das untere Ende des aktuellen Marktpreises.
Was beeinflusst den Stundensatz zusätzlich?
- Notfalleinsätze: Wochenend- und Nachtarbeit kostet 20–50 % Aufschlag.
- Spezialisierung: Photovoltaik-, Smart-Home- oder Blitzschutz-Zertifizierungen rechtfertigen höhere Sätze.
- Anfahrtskosten: Fahrtzeit wird meist berechnet – entweder stundenweise oder als Pauschale.
- Materialanteil: Bei größeren Projekten (z. B. Hausinstallation) macht der Stundensatz nur 30–40 % der Gesamtrechnung aus.
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Fazit
Der Stundensatz für einen seriösen Elektrobetrieb liegt 2026 in Deutschland zwischen 70 und 115 Euro netto – je nach Region und Betriebsgröße. Diese Werte sind marktgerecht und spiegeln die tatsächlichen Kosten wider. Beim Angebotsvergleich sollte nicht nur der Preis zählen: Qualifikation, Haftung, Referenzen und enthaltene Leistungen (z. B. Messprotokoll, VDE-Prüfung) sind ebenso wichtig. Ein transparent kalkulierter Stundensatz ist das beste Zeichen für einen zuverlässigen Betrieb.