Was kostet ein Schreiner in Deutschland wirklich?

Du planst Maßmöbel, einen Innenausbau oder neue Fenster und Türen? Die Stundensätze für Schreinerbetriebe sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wer heute einen seriösen Betrieb beauftragt, zahlt 60 bis 95 Euro netto pro Stunde – je nach Region, Art der Arbeiten und Betriebsgröße.

Hinter diesem Preis steckt mehr als reine Arbeitszeit: Ein Schreinerbetrieb investiert erheblich in Maschinen (CNC-Fräsen, Hobel, Sägen), Werkzeug, Werkstattbetrieb, Holzeinkauf und Qualitätsmaterialien. Maßanfertigungen aus handwerklicher Holzverarbeitung sind etwas völlig anderes als Möbel aus dem Baumarkt – und werden entsprechend kalkuliert.

Stundensätze nach Betriebsgröße und Leistungsart

Bei Schreinerbetrieben gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen Werkstatt- und Montageleistungen. Werkstattarbeit (Fertigung) wird meist höher berechnet als reine Montageleistungen vor Ort:

Betriebsgröße Montage / Reparatur (netto) Werkstattfertigung (netto)
Solo-Selbstständig (1 Person) 55 – 72 €/Std. 62 – 80 €/Std.
Kleinbetrieb (2–5 Mitarbeiter) 62 – 82 €/Std. 70 – 90 €/Std.
Mittlerer Betrieb (6–15 Mitarbeiter) 72 – 95 €/Std. 80 – 110 €/Std.

Warum Werkstattarbeit teurer ist: CNC-Maschinen, Hobel, Fräsen und andere Werkstattmaschinen kosten Hunderttausende Euro und müssen über die Stundenpreise abgeschrieben werden. Hinzu kommt der Maschinenraum, Energiekosten und Maschinenführer.

Regionale Unterschiede der Schreiner-Stundensätze 2026

Die Stundensätze variieren je nach Bundesland erheblich:

Bundesland Durchschnittlicher Stundensatz (EUR, netto)
Bayern 72 – 95 EUR
Baden-Württemberg 70 – 92 EUR
Hamburg 68 – 90 EUR
Hessen 65 – 88 EUR
Nordrhein-Westfalen 63 – 85 EUR
Bremen 62 – 82 EUR
Rheinland-Pfalz 62 – 82 EUR
Niedersachsen 60 – 80 EUR
Schleswig-Holstein 60 – 80 EUR
Saarland 58 – 78 EUR
Berlin 62 – 82 EUR
Sachsen 52 – 72 EUR
Brandenburg 50 – 68 EUR
Thüringen 50 – 68 EUR
Sachsen-Anhalt 48 – 66 EUR
Mecklenburg-Vorpommern 48 – 65 EUR
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Was ist im Stundensatz eines Schreinerbetriebs enthalten?

Ein Stundensatz von 80 € klingt nach viel – doch bei einem Schreinerbetrieb mit Werkstatt stecken erhebliche Kosten dahinter:

Lohnkosten (ca. 40–50 % des Stundensatzes)

Der Bruttolohn eines Schreinergesellen liegt 2026 bei ca. 18–24 €/Std. Mit Lohnnebenkosten (ca. 22 %), Urlaubsentgelt und Lohnfortzahlung ergeben sich tatsächliche Lohnkosten von ca. 28–38 €/Std.

Maschinenkosten (ca. 15–25 % des Stundensatzes)

CNC-Bearbeitungszentren, Hobel, Formatkreissägen, Kantenbandmaschinen und Schleifautomaten kosten zusammen oft mehrere hunderttausend Euro. Diese Investitionen fließen über Abschreibungen in den Stundensatz ein.

Werkstattbetrieb (ca. 8–15 %)

Miete oder Eigenfinanzierung der Werkstatthalle, Heizung, Strom, Entsorgung von Holzstaub und Spänen sowie Maschinenversicherungen sind Dauerpositionen.

Fahrzeugkosten (ca. 8–12 %)

Für Materialtransport, Montage und Kundentermine sind Fahrzeuge unverzichtbar. Monatliche Kosten: 500–1.000 € pro Fahrzeug.

Gemeinkosten und Verwaltung (ca. 8–15 %)

Buchhaltung, Planungssoftware (CAD/CAM), Steuerberatung und Werbung trägt der Kunde indirekt mit.

Gewinnaufschlag (ca. 5–12 %)

Für Investitionen, Rücklagen und wirtschaftliche Stabilität.

Wie berechnet ein Schreinerbetrieb seinen Stundensatz?

Die Kalkulation eines Schreinerbetriebs ist komplexer als bei anderen Handwerken, weil Maschinenkosten und Materialkosten einen höheren Anteil haben. Als grobe Orientierung gilt:

Gesamtkosten pro Monat ÷ produktive Stunden pro Monat = Stundensatz

Ein Kleinbetrieb mit 3 Mitarbeitern, einer Werkstatte und zwei Fahrzeugen hat monatliche Gesamtkosten von ca. 35.000–50.000 €. Bei ca. 450–520 produktiven Stunden im Monat ergibt sich ein Stundensatz von 67–110 €/Std.

Was beeinflusst den Stundensatz zusätzlich?

  • Holzart und Material: Eiche, Nussbaum oder exotische Hölzer rechtfertigen höhere Sätze durch Materialkosten und Verarbeitungsaufwand.
  • Maßanfertigungen: Einzelstücke und Sonderwünsche erfordern mehr Planung, Aufmaß und Anpassungsarbeit.
  • Montage mit Anfahrt: Fahrzeit wird meist stundenweise oder als Pauschale berechnet.
  • Denkmalschutz und Restaurierung: Historische Arbeiten erfordern Spezialkenntnisse und sind entsprechend teurer.

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Fazit

Der Stundensatz für einen seriösen Schreinerbetrieb liegt 2026 in Deutschland zwischen 60 und 95 Euro netto – bei Werkstattarbeiten und größeren Betrieben auch darüber. Diese Preise spiegeln die echten Kosten eines professionellen Betriebs wider: Maschineninvestitionen, Werkstattbetrieb, qualifizierte Mitarbeiter und hochwertige Materialien. Wer mehrere Angebote einholt, sollte genau vergleichen: welche Materialien, welche Holzqualität, und ob Lieferung und Montage enthalten sind. Ein detailliertes Leistungsverzeichnis ist das Zeichen eines seriösen Schreiners.

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